Ein weiser Vater und seine kleine Tochter gingen am Strand spazieren. Als sie innehielten fragte das Mädchen: „Papa, sag mir, welche Farbe hat das Meer?“ Und der Vater antwortete: „Es hat die Farbe, die du siehst.“

Als Gerald auf einer Fortbildung während seines Zivildienst war lernte er einen Synästhetiker kennen. Dies sind Menschen, bei denen ein Damm zwischen zwei Gehirnregionen, die eigentlich getrennt sein sollten, durchlässig ist, oder komplett fehlt. Dadurch ist es für manche dieser Menschen möglich Farben zu schmecken, Zahlen zu riechen oder sonstige Phänomene, die für uns nicht möglich sind.

Für die besagte Person war es zum Beispiel selbstverständlich Wochentage in Farben und dreidimensionalen Formen zu sehen. So war der Dienstag für ihn immer so ein Dreieck in einem bestimmten Gelbton. Bis er 18 Jahre alt war, wusste er gar nicht, dass er diesen „Defekt“ hatte, sondern erst als er eine Reportage im Fernsehen zu dem Thema gesehen hat.

Wir leben in einer Welt, in der Menschen die Dinge möglichst präzise benennen und definieren möchten. Wenn du eine Erkenntnis hast, dann gehst du davon aus, dass dies die Wahrheit ist und willst am liebsten alle anderen von dieser Wahrheit überzeugen.

Aber vergiss dabei nicht, dass es sich eben nur um deine eigene persönliche Wahrheit handelt! Toleranz entsteht genau daraus, die Wahrheiten der anderen Menschen auch zu akzeptieren, auch wenn diese sich nicht mit den eigenen Vorstellungen decken.